✂️Schreibweise: kürzen und expandieren
Eine IPv6-Adresse hat 128 Bit, geschrieben als 8 Blöcke à 4 Hex-Ziffern. Damit das lesbar bleibt, darf man kürzen – aber nur nach festen Regeln. RFC 5952 legt zusätzlich fest, welche der vielen erlaubten Schreibweisen die kanonische ist.
🛠️Schreibweisen-Werkzeug
So wurde die Adresse eingegeben.
🔢 Nibble- und Bit-Ansicht
1 Hex-Ziffer = 4 Bit = 1 Nibble. 32 Nibbles = 128 Bit. Jeder Block (Farbe) hat 16 Bit.
🔁 Reverse-DNS (ip6.arpa)
Für PTR-Einträge wird jede der 32 Hex-Ziffern ein eigenes Label – rückwärts, weil DNS von rechts nach links hierarchisch ist.
📏Die Regeln auf einen Blick
0db8 → db8, 0000 → 0. Nachgestellte Nullen nie!::. Zweimal geht nicht: 2001::1::1 wäre mehrdeutig.:: ersetzt die längste Nullfolge, bei Gleichstand die erste – und nie einen einzelnen Nullblock.🎯Übung: kanonisch schreiben
🔗Adressen in URLs und mit Port
Der Doppelpunkt trennt bei IPv4 den Port – bei IPv6 ist er Teil der Adresse. Deshalb stehen IPv6-Adressen in URLs in eckigen Klammern (RFC 3986):https://[2001:db8::1]:8443/. Genauso in vielen Programmen: ssh -p 2222 user@2001:db8::1 geht, aberscp datei [2001:db8::1]:/tmp/ braucht Klammern.
Link-Local-Adressen brauchen zusätzlich die Zone-ID, weil fe80::/64 auf jedem Interface existiert: ping fe80::1%eth0.
📚 Quellen: RFC 4291 §2.2 · RFC 5952 · RFC 3596 §2.5 (ip6.arpa) · RFC 3986 §3.2.2 · RFC 4007 (Zone-ID)